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Parkett auf Fußbodenheizung

Grundsätzlich spricht nichts gegen die Verlegung von Parkett auf einer Fußbodenheizung. Holz, sowie Holzwerkstoffe haben sich im Fußbodenaufbau langjährig bewährt und sich auch in Verbindung mit Fußbodenheizungen erprobt.

Da Holz ein Dämmstoff ist, verschieben sich die Auf- und Abheizphasen des Bodens. Bis der Holzboden warm ist, dauert es länger als bei anderen Böden, daher muss die Fußbodenheizung eher angeschaltet werden. Es dauert aber auch länger, bis der Holzboden wieder kalt ist, daher muss die Fußbodenheizung auch früher wieder abgeschaltet werden. Während die Fußbodenheizung an ist, befindet sich direkt über der Holzoberfläche sehr trockene Luft, wodurch das Holz Feuchtigkeit an die Umgebung abgibt und dadurch seine natürliche Hausfeuchte wiederherstellen kann. Allerdings schrumpft der Holzboden beim Abgeben von Feuchtigkeit, dies macht sich dann in den Fugen, zwischen den Stäben, bemerkbar. Durch den Einsatz von Luftbefeuchtern kann man diesem Effekt entgegenwirken. In den Frühlings- und Sommermonaten, wenn die Luftfeuchtigkeit der Umgebung höher ist, zeigen sich weniger oder gar keine Fugen im Holzboden. Die idealen klimatischen Raumbedingungen für Menschen, Pflanzen, Tiere und Holz liegen bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50-60% und einer Temperatur von ungefähr 21° Celsius.

Feuchtigkeitssperre
Wenn der Fußboden in ebenerdigen und nicht unterkellerten Räumen, über Einfahrten, Feuchträumen, Durchgängen, Garagen und ähnlichen Räumen verlegt wird, muss eine dauerhaft wirkende Feuchtigkeitsabdichtung und Dampfsperre erfolgen. Dadurch sollen Schäden durch nachschiebende Feuchtigkeit am Holzboden vermieden werden.

Geeignete Untergründe
Über eine Fußbodenheizung können sowohl nass eingebrachte Estriche, wie Zementestriche, als auch trocken verlegte Estriche, dazu zählen unter anderem Spanplatten und zementgebundene Spanplatten, angewendet werden. Bei der Verlegung von Trockensystemen ist die Wärmeleitfähigkeit der Fußbodenkonstruktion, in der Luftschicht zwischen Heizrohr und Estrich-Unterkante, geringer. Die Restfeuchtigkeit, gemessen nach der CM-Methode, darf bei Zementestrichen 1,8% und bei Anhydritestrichen 0,3% nicht überschreiten.

Empfohlene Heizsysteme
Niedertemperatur-Fußbodenheizungen sind zu empfehlen, bei einer Warmwasser-Fußbodenheizung darf die Vorlauftemperatur bis zu 55 °C hoch sein. Beim fertigen Holzboden liegen die empfohlenen Werte für die Oberflächentemperatur zwischen 26 °C und 27 °C, die Temperatur darf dabei auch in den Randzonen 29 °C nicht überschreiten.

Abstand der Heizrohre
Bei einer Warmwasser-Fußbodenheizung sollten die Abstände der Heizrohre zwischen 10 cm und 20 cm groß sein, da dadurch die Temperaturwelligkeit der Oberfläche begrenzt wird. Eine geringe Welligkeit sorgt bei vorgegebener Maximaltemperatur für eine höhere Mitteltemperatur und somit für eine höhere Leistungsabgabe der Heizung.

Wärmedurchlasswiderstand
Über dem Heizelement, also auf dem Zement- bzw. Trockenestrich und Oberbelag, sowie unter dem Heizelement, das heißt bei der Wärmedämmung, muss ein ordentliches Verhältnis der Wärmedurchlasswiderstände der Schichten, bestehen. Die untere Wärmeabgabe soll 20 W/m² bzw. 25% der Heizleistung nicht überschreiten. Dies bedeutet, dass der Wärmedurchlasswiderstand der Fußbodenkonstruktion nicht zu hoch sein soll.
Durch den natürlich vorgegebenen Wärmedurchlasswiderstand von Holz bzw. Holzwerkstoffen wird die Temperaturwelligkeit an der Bodenoberfläche begrenzt, dadurch wird eine gleichmäßige Oberflächentemperatur erzeugt. Eine hohe Holzdichte wirkt sich positiv auf die Wärmeleitung des Oberbelages aus. Zudem leitet Hartholz 30% besser als Weichholz.

Vorbehandlung des Estrichs
Bevor die Verlegearbeiten beginnen, muss der Estrich aufgeheizt werden, dies ist auch im Sommer notwendig. Dabei sollte mit dem Aufheizen nicht früher als 21 Tage vor der Einbringung des Estrichs begonnen werden. Hierbei soll die Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung täglich um 5 °C erhöht werden und 35 °C nicht übersteigen.
Vor dem Beginn der Verlegung des Belags, sowie nicht früher als 28 Tage nach der Estrichherstellung, muss die Fußbodenheizung abgestellt werden. Bei kalter Witterung soll die Vorlauftemperatur in täglichen Temperaturstufen von 5 °C reduziert werden, bis der Estrich eine Oberflächentemperatur zwischen 18 °C und 15 °C erreicht hat.
Während den ersten drei Tagen nach der Verlegung der Beläge bzw. der Oberflächenbehandlung darf diese Temperatur nicht verändert werden. Danach kann die Temperatur der Fußbodenheizung täglich um 5 °C erhöht werden, solange, bis die berechnete Vorlauftemperatur erreicht ist.

Geeignete Oberböden
Alle Parkettarten, ausgenommen Holzpflaster und einige Massivholzdielen, können als Oberböden verwendet werden. Für den Einsatz auf Fußbodenheizung eignen sich Einzelstabparkett oder mehrschichtig aufgebaute Holzböden besonders gut. Da sich bei diesem Aufbau die einzelnen Schichten gegeneinander absperren, wird das Quell- und Schwundverhalten deutlich verringert.
Besonders breite Lamellen oder Einzelelemente eignen sich hingegen weniger gut für die Verlegeeinheit des Oberbelags. Außerdem sind Holzarten mit ungünstigem Quell- und Schwindverhalten, wie zum Beispiel Buche und Esche, nicht geeignet, bzw. in dimensionsstabilisierter Form nur bedingt geeignet. Zum Zeitpunkt der Verlegung muss die Holzfeuchtigkeit zwischen 7 und 9 % betragen.

Verlegung des Parketts
Parkettböden sollten auf Fußbodenheizung fest verklebt werden. Dadurch ist eine bessere Fixierung des Bodens, sowie eine bessere Wärmeleitung gewährleistet, zudem „arbeitet“ der Holzboden weniger. Mithilfe einer Trittschalldämmung kann Fertigparkett auch schwimmend auf eine Warmwasser-Fußbodenheizung verlegt werden. Bei einer Verlegung jeglicher Art sollte die Verlegeanleitung verwendet werden.
Der Holzfußboden darf nicht dicker als 16 mm sein. Zudem darf mit der Verlegung des Oberbodens erst nach dem normgemäßen Ausheizvorgang begonnen werden.

Inbetriebnahme der Fußbodenheizung
Die Wartezeit, welche zwischen der Verlegung des Parkettfußbodens und der Inbetriebnahme der Fußbodenheizung eingehalten werden muss, ist von der Parkett-, sowie der Verlegeart abhängig und mit dem Parkettleger abzustimmen. Des Weiteren muss darauf geachtet werden, dass die Fußbodenheizung mit langsam ansteigenden Temperaturen von nicht mehr als 5 °C täglich in Betrieb genommen wird.

Wohnhygiene und Raumklima
Neben diesen Empfehlungen sind natürlich auch die allgemeinen, bekannten, technischen, sowie wohnhygienischen Regeln für eine Fußbodenheizung zu beachten. Es muss vor allem darauf geachtet werden, dass die Oberflächentemperatur des Fußbodens nicht mehr als +28 °C beträgt. Bei einem Holzboden ist die Einhaltung dieses Grenzwertes problemlos möglich.
Die Einhaltung eines gesunden Raumklimas ist für das Wohlbefinden des Menschen, sowie für die Behaglichkeit in Räumen erforderlich. Bei einer Raumtemperatur von ungefähr 21 °C sollte eine relative Luftfeuchte von 50 bis 60 % vorhanden sein. Die passende Luftfeuchtigkeit ist auch für die Werterhaltung der Fußböden, sowie zur Vermeidung elektrostatischer Auf- und Entladungsvorgänge vorteilhaft. Damit diese Werte erreicht werden, müssen geeignete Maßnahmen getroffen werden.

Allgemeines
Wenn sich am fertigen Holzboden zu einem späteren Zeitpunkt Fugen bilden, ist dies bei verschiedenen Verlegemustern, wie Mosaik- oder Tafelparkett, durch den Wechsel der Faserrichtung und kürzere Einzelelemente weniger auffällig, als bei riemenartig verlegtem Parkett und bei langen Einzelelementen, wie zum Beispiel Schiffsboden. Auf Parkett mit einer Fußbodenheizung sollten keine Teppiche gelegt werden, um Schäden am Holzboden und einen Anstieg der Heizkosten zu vermeiden.

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